21 May 2012

Neue Serien für den Herbst 2012

In der letzten Woche stellten die großen US-Networks auf den Upfronts ihre Programmpläne für den Herbst dieses Jahres vor.
Viele neue Serien wurden angekündigt.
Darunter auch einige, die durchaus spannend sind. Oder zumindest sein könnten. (Und einige, die absoluter Mist sind. Und viele, irgendwo dazwischen.)

Damit ihr wisst, was euch ab Oktober erwartet: Meine Zusammenstellung aller Trailer der neuen Shows.

Ihr dürft euch dann natürlich auch wieder auf unsere völlig objektiven Meinungen freuen.

(Bis dahin gibt's noch ein paar Neustarts, die wir hier auch versuchen zu behandeln: Longmire (A&E), Saving Hope (NBC), Bunheads (ABC Family), Dallas (TNT), The Newsroom (HBO), Anger Management (FX), Perception (TNT), Political Animals (USA), Major Crimes (TNT).)
17 May 2012

Common Law

Commonlaw
Travis und Wes sind Mordkommissare. Partner. Und verdammt gut im Lösen ihrer Fälle. Allerdings haben sie ein Problem: Sich. Sie können sich gegenseitig nicht ausstehen. Sie stacheln sich an, beleidigen sich, prügeln sich. Ihr Vorgesetzter schickt sie zur Paartherapie, wo sie ihre Probleme finden und lösen sollen. Ein bisschen scheint das auch zu klappen, aber während ihrer langsamen Schritte in die richtige Richtung, müssen sie natürlich noch Fälle lösen. Nebenbei nehmen wir noch am leichtfüßigen Womanizer-Leben von Travis teil und lernen Wes näher kennen, der mit seiner Spießigkeit eigentlich viel besser zu seinem vorherigen Job als Anwalt passt.

»Common Law« ist ein unterhaltsamer Twist auf das ewig positiv gesinnte Polizei-Duo-Genre von »The Mentalist«, »Castle« und Co. Michael Ealy darf endlich mal keinen bösewichtigen Terroristen spielen und findet in Warren Kole einen sympathischen Mitdarsteller.

Mir gefällt »Common Law«. Kein schwergewichtiges, dramatisches Etwas im Sinne von »The Good Wife«, das einen zwischen den Folgen vor Spannung die Fingernägel abkauen lässt, sondern ein amüsantes, frisches, kurzweiliges Stück TV.
Mehr bleibt nach der Pilotepisode (noch) nicht zu sagen. Jap.

→ »Common Law« bei TVRage
→ Trailer

(Aber jemand möge mir den Titel erklären. Ist das ein kompliziertes Wortspiel zwischen »Common Ground« und »Common Law«? Wenn ja, wie passt das »Common Law«, das Prinzip der von Einzelgerichtsfällen getriebenen Verfassung da rein!? Nungut. Und zum bösewichtigen Terroristen Michael Ealy: Mir ist bewusst, dass er seit »Sleeper Cell« schon einige Rollen gespielt hat – aber noch keine hat gereicht, um das damalige Bild zu verändern…)
17 May 2012

Veep

Veep
Selina Meyer ist »VP«, oder »Veep«, wie man im Slang sagt. Steht für Vice President und meint damit die Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika. Das zweite Rad am Einrad der Spitze der mächtigsten Nation der Erde. Wir begleiten sie bei ihren tagtäglichen Geschäften: Den politischen Taktierungen, den repräsentativen Aufgaben, den (vielen) Un- und Missgeschicken – und, besonders, dem VP-Büroalltag. Da wimmelt's nämlich nur so von inkompetenten undoder verrückten Persönlichkeiten, die wunderbar zur VP selbst passen – und einen wundern lassen, wie Meyer es überhaupt so weit geschafft hat.

»Veep« ist eine trockene HBO-Comedy mit einer ganz seltsamen Art von Humor. Gefilmt in Wackelkamera-Fake-Doku-Technik (die, so klärte mich Wikipedia auf, auch einen professionelleren Namen hat – nämlich Cinéma vérité) ganz nah an der Vizepräsidentin dran. Vermutlich lässt sich das alle hervorragend mit »The Office« vergleichen – habe ich allerdings nie gesehen, kann ich also nicht.

Ob einem »Veep« gefällt oder nicht, hängt stark davon ab, ob man den verplanten, spontanen, ironischen Humor der Show mag. Obwohl das Thema sehr amerikanisch ist, merkt man im Stil die britischen Wurzeln der Show (»Veep« ist eine lose Adaption des britischen »The Thick of It«, vom gleichen Showrunner). Die Schauspieler machen einen guten Job und auch die Wochenstory ist so gut wie schlecht (eben die Aufgaben und Verwirrungen im Vizepräsidentenbüro). Es kommt alles auf den Humorgeschmack an.

→ »Veep« bei TVRage und in der Wikipedia
→ Trailer

(Ich fänd's total toll, wenn's bei POTUS und VPOTUS in der Wirklichkeit wirklich so ablaufen würde und die Höchstprofessionalität, mit der wir das Amt serviert bekommen, nur ein riesiger Hoax ist.)
17 May 2012

NYC 22 & Best Friends Forever

Abgesetzt, bevor ich Zeit zum Schreiben fand. Tja. Daher in einem Beitrag.
Nyc22
»NYC 22« begleitet sechs New Yorker Polizeianfänger – Rookies – bei ihrem ersten Arbeitstag. Sie müssen sich ins Sozialgefüge der Polizeistation einleben und sich dort beweisen, aber, viel wichtiger, draußen auf der Straße klar kommen. In zweier Teams versuchen sie einen Gang-Kampf zu verhindern, stolpern sie in eine häusliche Gefahrensituation zwischen Ehemann und -frau und finden den Kleinkriminellen, der Schutzgeldpflanzen in der Nachbarschaft verkauft.

»NYC 22« ist die amerikanische, New-York-Version von »Rookie Blue«. Vielleicht etwas weniger Soap, dafür aber auch weniger charaktertief, weniger glaubhaft, weniger gut.
Insbesondere die Charaktere sind etwas zu toomuch (zu klischee, zu abgehoben, zu weithergeholt): Die ruhige Blonde, die vorher bei der Militärpolizei im Irak war (!) und jetzt den Start in der Polizei anstrebt, der ehemalige NBA-Basketballspieler, der wegen einer Verletzung die ganze Nachbarschaft enttäuscht hat und jetzt bei der Polizei anheuern muss, der amerikanische Afghane, der von seinen Nicht-Rookie-Kollegen für alles schlechte in der Welt, insbesondere Afghanistan, verantwortlich gemacht wird (oh, USA…).
Den, vermutlich genau so schlimmen, Rest-Cast habe ich vergessen. Was ein zweites Problem des Piloten war: Die Geschwindigkeit. Die war viel zu hoch und ließ mir keine Zeit, alles einzuordnen.

Abseits von den Klischees bleibt ein weiteres, schwieriges Problem: Das Gefühl, alles bereits von »Rookie Blue« zu kennen. Das Konzept zu kopieren und nur seinen Spielort nach New York zu verlegen scheint nicht genug neuen Stoff bereit zu halten, den »Rookie Blue« noch nicht behandelt hat. Irgendwo hatten wir einfach schon alles.

»NYC 22« wurde nach nur vier Folgen abgesetzt. Ein bisschen ist's schade, vielleicht hätte die Show im Laufe seiner Zeit noch an Interessantheit gewonnen. Ich sehe zumindest irgendwo Potenzial dafür (und sei's bei den Schauspielern…).
Ich konnte mich aber nach der Pilotepisode nicht für mehr begeistern – und so ging es wohl vielen Leuten.

→ »NYC 22« bei TVRage
→  Trailer

Bestfriendsforever
Jessicas Mann schickt ihr die Scheidungspapiere. Doofe Sache, das. Bringt sie auch ganz schön aus dem Konzept. So sehr, dass sie zu ihrer alten, besten Freundin nach New York fliegt und sich erstmal dort nieder lässt. Lennon, eben diese beste Freundin, hat aber selbst gerade eine Alltagsveränderung hinter sich: Ihr Freund Joe ist eingezogen. Und so ist Jessicas »Zurück zu den guten, alten Zeiten« etwas anders, als sie gedacht hatte.

»Best Friends Forever« ist super schrecklich, völlig unlustig, meistens nervend und ist völlig zu recht abgesetzt. Das fängt vom grundlegenden Konzept an, das schon viel zu quatschig ist, das geht aber auch bei den Witzen, den Charakteren und, ja, leider auch den Schauspielern weiter. Sein lassen.

→ »Best Friends Forever« bei TVRage
→  Trailer
18 Apr 2012

Girls

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Hannah ist Praktikantin in New York. Sie lebt in einer WG mit der hübschen Marnie, hat seltsame Freunde und einen seltsamen Typen-mit-dem-sie-Sex-hat.
Bei einem Abendessen verkünden ihre Eltern, dass sie Hannah von nun an nicht mehr unterstützen werden. Finanziell. Der letzte, finale Schubs in Richtung Selbstständigkeit. Hannah verdient selbst allerdings kein Geld – und als sie darüber mit ihrem Chef sprechen möchte, ist sie auch sehr schnell ihren Job los. Geknickt begibt sie sich zum Rest ihres New-Yorker nichtganzso All-tags.

»Girls« ist von, mit und in (großen) Teilen auch über Lena Dunham. Co-Produziert von Indie-Film-Guru Judd Apatow.

Und letzteres merkt man ganz schön (vermutlich aber mehr, als er eigentlich involviert ist).
Die Show ist ein melancholisches Portrait der Stadt und insbesondere des Lebens der Jungs und Mädels darin. Falsche Entscheidungen, bescheuerte Charaktere, die hippe, teure Großstadt; der ironische Ernst des Lebens.

Das Ganze ist langsam erzählt und filmt (zumindest in der Pilotepisode) aus »langweiligen« Einstellungen, die auf eine komische Art und Weise zum Inhalt passen. »Girls« ist sowas wie die weniger coole, mehr bedrückende und vielleicht etwas authentischere Variante von »How To Make It In America«, bei der die Hauptcharaktere durch Frauen ersetzt wurden.

Ich finde es zumindest »ok« und werde schauen, wie es sich entwickelt. Ganz angefixt bin ich aber noch nicht, dafür geht mir dieser bedeutungsschwere Indie-Krams zu schnell auf den Geist.
Laut Produzentin soll »Girls« die NYC-Lebensgefühl-Lücke zwischen »Sex and the City« und »Gossip Girl« schließen – bis auf eine (schreckliche) Szene bleibt das allerdings ohne inhaltliche Konsequenz…

→ Trailer

(Der Preis der seltsamsten Sex-Szene sollte allerdings dieses Jahr an »Girls« gehen. Aber auch nur, wegen der Gewöhnung ans Level Of Weirdness bei »Californication«.)  
15 Apr 2012

Magic City

Header
Ike ist Besitzer des Miramar-Playa-Hotels in Miami – die Adresse für luxuriöses Wohnen in der Stadt. Es ist Ende 1958, die Sonne scheint, die Frauen sind hübsch, die Männer betrunken. Vor der Küste Miamis übernimmt Fidel Castro Cuba, im Miramar soll Frank Sinatra den Silvesterabend begleiten. Das könnte so schön sein, wäre da nur nicht dieser Streik des Personals, der Ike ganz schön zusetzt.
Jetzt darf er nicht nur das tägliche Hotelgeschäft managen, sondern muss sich auch noch darum kümmern, dass zum Jahreswechsel seine Luxusgäste nicht von Protestplakaten gestört werden. Letztlich bleibt ihm nur noch ein Mittel: Er bandelt mit dem Mafiaboss Ben Diamond an, der das Problem verschwinden lässt.

»Magic City« ist der letzte Start der 60er Serien dieser Saison. Und vermutlich auch der mit der tiefgehendsten Story. Allein in der Pilotepisode gibt's neben der oben beschriebenen Haupthandlung gefühlte 30 Nebenstränge, die teils plump und mit dem Holzhammer, teils aber auch interessant und neat eingeführt werden.
Der Ton der Serie ist sehr gemächlich und ruhig. Man sitzt viel, raucht, trinkt. Trotzdem muss natürlich das Hotel verwaltet werden, mit all seinen Intrigen, Entgleisungen und Kompromissen.
Die Darsteller machen ihr Ding gut innerhalb des Settings. Allen voran Hauptdarsteller Jeffrey Dean Morgan passt wunderbar in die Rolle des Hotelmoguls mit weißem Sakko und ambivalentem Kern.
Laut Showrunner Mitch Glazer beruhen die Geschichten auf wahren Situationen, die er, oder seine Freunde, im damaligen Miami mitbekommen haben. Außerdem verspricht er noch etwas CIA, die allerdings in der ersten Episode noch keine Rolle spielte… 

»Magic City« ist die Mad-Men-igste 60er Serie der Saison, näher an »Pan Am« als an »The Playboy Club«, schmeißt noch etwas Atlantic-City-Feeling aus »Boardwalk Empire« in den Mix, fährt den Sex-Regler auf Kabelnetzwerkniveau hoch und dreht Kontrast und Dunkelheit auf +20%.

Letztlich ist aber leider alles etwas too much. Zuviel Dinge passieren in der ersten Episode, ohne dass wirklich etwas passiert. Und wie es zu den einzelnen Situationen kommt ist manchmal einfach zuviel des Guten.

Wenn »Magic City« sein Erzähltempo findet, sich etwas ordnet und erstmal die Basis geschaffen hat, dann kann das eine ganz hübsche Serie werden. Das »etwas passiert, ohne dass wirklich etwas passiert« hat Mad Men perfektioniert, vielleicht klappt das ja auch irgendwann für »Magic City«.

Ich schaue erstmal weiter und hoffe das Beste.

→ Trailer (Red Band, NSFW)

(Die Show wurde schon vor der Ausstrahlung von STARZ für eine zweite Staffel verlängert. Vielleicht gibt das dem Autor ja etwas Freiraum, nicht zu viel über das Knie zu brechen.)
13 Apr 2012

Apartment 23

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"The Bitch from Apartment 23". Nennen wir die Dinge beim Namen. Nur weil ABC nicht den Mut hatte, den ursprünglichen Titel beizubehalten, müssen wir uns ja hier nicht unnötig züchtig geben.

In der neuen Comedy bricht Kleinstadtmädchen June (Dreama Walker, "The Good Wife") ihr schön geplantes Leben in New York City zusammen, bevor es überhaupt angefangen hat. Job weg, Traumwohnung weg, Geld weg - denn das hat sich gleich mal die Mitbewohnerin in der Notwohnung erschummelt, die namensgebende "Bitch from Apartment 23". Krysten Ritter hat als Chloe endlich die Hauptrolle, die sie sich mit ihren zahlreichen komisch-quirligen Rollen von "Gilmore Girls" bis "Veronica Mars" verdient hat. Und hier ist sie nicht das good girl, sondern haut auf den Putz: verdient ihr Geld mit Drogen und der überhöhten Miete, die sie ihren Mitbewohnerinnen abknüpft - und jene wechselte die Trickbetrügerin bislang wie die Unterwäsche, denn in Nullkommanix wurden die Neuen aus dem Haus gemobbt. Nur hat sie, ihr könnt's euch schon denken, die Rechnung ohne June gemacht, die zwar wie ein good girl daherkommt, aber es faustdick hinter den Ohren hat.

Die beiden Hauptfiguren entwickeln in der Pilotfolge eine schöne Dynamik, aber mit Krysten Ritter kann man auch eigentlich jeden paaren, und es wird schon hinhauen. Die eigentliche Comedy in der Comedy kommt aber aus einer unorthodoxen Ecke. Den dritten im Bunde spielt James Van der Beek, bekannt für immer und ewig als Dawson aus "Dawson's Creek". Er gibt Chloes besten Freund: James Van der Beek, eine Version seiner selbst - und sorgt für die meisten Lacher, wenn er seine Flannellhemd-Vergangenheit ausschlachtet ("Dawson's Creek") oder sich von einer nur mit Schlagsahne bekleideten Frau verführen lässt ("Varsity Blues"). Paula Coles "I don't wanna wait" erklingt, der Titelsong der 90er-Teenie-Soap, und das geneigte Publikum lacht.

Da liegt auch schon die Krux: Für alle, die diese Anspielungen verstehen, hat "Apartment 23" was quasi Einzigartiges zu bieten. Nicht-Dawson-Kenner allerdings dürften es schwer haben, der Serie etwas abzugewinnen. Zumal in der ersten Episode nicht ganz klar wird, was denn die zukünftige Konstellation und das Ziel sein werden: Wird Chloe weiter versuchen, June rauszuekeln? Wird es um den schlechten Einfluss des bad girls auf June gehen? Wird June die "Bitch" bekehren? Und welche Rolle spielt James Van der Beek als James Van der Beek? Selbst für Hardcore-Fans dürften sein anhaltendes Sich-selbst-durch-Kakao-Ziehen irgendwann langweilig werden.

Also: für besagte (sicherlich nicht kleine, aber doch sehr begrenzte) Zielgruppe ein sehr guter Auftakt. Wie es weitergeht, wird entscheidend dazu beitragen, ob die Comedy sich halten kann.

2 Apr 2012

Bent

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Bauunternehmer Pete (David Walton) heuert bei der alleinerziehenden Alex (Amanda Peet) an, um ihre Küche zu erneuern. Schnell wird klar: Der Bad Boy will das Good Girl - so schon die sehr stereotype Charakterbeschreibung - erobern. Die Zutaten sind die Üblichen: Pete hat eine Crew (unter anderem Jesse Plemons aus "Friday Night Lights"), die im Privaten wie Beruflichen seine kindliche Art ausgleichen. Alex, die noch ganz frisch mit dem wohlhabenden Ben (Matt Letscher) zusammen ist, versucht, sich dem Charme von Frauenheld Pete zu entziehen. Der schleicht derweil durchs Hintertürchen immer weiter in ihr Leben, denn Töchterchen Frankie (Joey King) ist sehr angetan.

Und so geht es von Folge zu Folge eigentlich nur darum, dass Pete baggert, Alex sich künstlich aufregt, obwohl sie ihm längst verfallen zu sein scheint, während irgendwas im zu renovierenden Haus nicht funktioniert oder einer der Sidekicks eine harmlose Storyline zu lösen hat.

Was US-Comedies angeht, bin ich vorsichtiger geworden in meinem Urteil. Deswegen habe ich "Bent" (seit wenigen Wochen auf NBC) erst einmal ein wenig beobachtet, bevor ich zu schnell mit einer "Kann man gucken"-Pauschale um die Ecke komme... Alles in allem ist die Comedy durchaus amüsant im Vergleich zu dem, was uns sonst so in den letzten zwei Jahren aufgetischt wurde. Amanda Peet ist nett anzuschauen als frisch geschiedene, zugeknöpfte Alex, Walton gibt den Charmeur überzeugend, der Cast ist passabel, der Verzicht auf einen Lachtrack wie immer eine Wohltat.

Doch das Drumherum, das ist das große Manko, bleibt farblos und hat außer dem okayen "Will they, won't they?"-Szenario einer jeden RomCom nicht viel zu bieten. Wo Procedurals wie "Castle" ihre Charaktere Fälle lösen lassen oder in Dramedies wie "Grey's Anatomy" Patienten behandelt werden, vor, während und nachdem geknutscht wird, kommt die zentrale Storyline von "Bent" kaum über das sich anbahnende Techtelmechtel hinaus. Also: Nett anzuschauen, wenn gerade nichts anderes läuft. Aber das war's dann auch.

NBC hatte wohl deshalb auch nicht viel Vertrauen und hat gerade mal sechs Folgen bestellt. Der "Renew/Cancel Index" von "Zap2It" ist ziemlich sicher: Diese Serie wird den Mai nicht übererleben...

20 Mar 2012

GCB

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Nachdem ihr Mann verunglückt ist, muss Amanda mit ihren Kindern die kalifornische Villa verlassen. Er betrieb ein Schneeballsystem und schuldete vielen Leuten viel Geld.
Am Boden (verhältnismäßig wenig) zerstört zieht die Witwe zurück zu ihrer Mutter nach Highland Parks (nähe Dallas, Texas) – ein Örtchen voller Superreicher. Direkt wird sie mit den scheinheiligen Freundinnen ihrer Schulzeit konfrontiert, die ihr, der damaligen »Queen Bitch«, das Leben schwer machen. Ehe sie sich versieht ist sie mitten drin, im Intrigengeflecht der christlichen Südstaatenfreunde.

»GCB« hieß früher mal »Good Christian Belles« und davor »Good Christian Bitches«. Und erinnert etwas an die Texasversion von »Desperate Housewives«, in der die Wisteria Lane durch die Kirche ersetzt wurde.

Keine Serie für mich. Nervt mich nämlich an allen Ecken. Die Darsteller: Einzig die Hauptdarstellerin ist einigermaßen ertragbar. Der Rest ist auf- und abgedreht und überspitzt – aber nicht in einer guten Art und Weise. Die Story: Mysteriöse Spender, schwule Ehemänner, Teleskope zur Nachbarschaftsbespitzelung, Kaufhaus-hinausstürmende Intrigenhandlanger. Albern. Und am Schlimmsten: Kirche. In einer ironischen Version der Serie in einer Parallelwelt wäre das Motiv der Kirche eine interessante Gipfelung der hinterhältigen Oberflächlichkeit der Südstaatenkleinstadt. Aber bei »GCB« funktioniert's nicht – für mich jedenfalls.

Es bleibt eine Serie, die vermutlich bei Intrigenserienliebern gut ankommt. Bei mir nicht so, das Nerv-Interessant-Verhältnis ist zu groß.

→ Trailer

(Ich glaube ja, dass vieles dessen, was mich nervt, humoristisch und ironisch gemeint ist. Aber das kommt nicht so ganz rüber.)
18 Mar 2012

Missing

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Becca Winstone war früher mal CIA-Agentin. Als ihr Mann durch eine Autobombe ums Leben kam konzentrierte sie sich aber nur noch auf das Muttersein. Bis jetzt jedenfalls. Denn eigentlich wollte ihr Sohn nur für ein Architekturpraktikum nach Rom, aber von dort meldet er sich irgendwann nicht mehr. Und tatsächlich, ihr Sohn wurde entführt. Beim Milchholen in einen schwarzen Van gezerrt und, zack, weg. Becca schwor sich als Kind, nicht so zu sein, wie ihre eigene Mutter – und macht sich auf die europaweite Suche nach dem Verbleib ihres Sohns, dabei nicht nur die bösen Entführer im Nacken, sondern auch die eigene CIA, die sie lieber in den USA zurück haben möchte.

Ashley Judd spielt in »Missing« den Zentralcharakter der toughen Mutter und Agentin. Immer mit kritischem, todesüberzeugtem Gesichtsausdruck. Dann gibt's noch den CIA-Agentin Dax Miller (Cliff Curtis), der sie zurückholen soll – dabei unentschlossen zwischen Mitgefühl und Landesgehorsam ist. Weitere Cast-Mitglieder scheinen entweder nur auf die erste Episode begrenzt zu sein, oder aber noch arg profilfrei. 

Und sonst so? Das ist alles ganz schön grenzwertig.
»Missing« probiert eine Action-Serie zu sein, an die Bourne-Reihe (»Tour de Europe«) erinnernd, ein bisschen im Stile von »24« (nicht den Realzeitcharakter, sondern die hervorragende Actionabgestimmtheit). Schafft das aber, wie so viele Serien zuvor, nicht. Da sind die schnell geschnittenen, harten und gefühlt viel zu langen Kämpfe. Die Verfolgungsjagd mit dem Motorroller durch Rom. Die käsigen Rückblenden zu Beginn. Die billige ›sexual tension‹ in den Szenen mit dem italienischen Agenten.
Und diese Verschwörung, die über allem zu hängen scheint.

Ich hoffe einfach, dass »Missing« in Zukunft weniger versucht, wie ein besseres Selbst zu sein, sondern auf Ebenen agiert, die etwas greifbarer sind. Sonst wird's bitter.

→ Trailer (Wie es aussieht mit altem Bildmaterial…)

(Achtung, leicht spoilerbehaftete Zukunftsprognose: Natürlich steckt die CIA hinter dem Drogenschmuggelring, der Beccas Sohn entführt hat. Oder ihr Ehemann, der natürlich NICHT vor zehn Jahren in der Autobombe umkam. Oder (wahrscheinlichster Fall) beide.)

Newshow's Posterous

Kurze Einblicke in frisch gestartete Serien.

Contributors

Andi Herten Caro Neumann